Die 1980er Jahre

1980 führte Schlagzeuger Peter Ehmes das Orchester erstmals auf eine Reise in seine hessische
Heimat Hainstadt. Am Himmelfahrtswochenende nahm das Blasorchester Sprötze am
traditionellen Bohnsackfest teil. Zwei Jahre später folgte der Gegenbesuch der Hainstädter zum
Sprötzer Schützenfest.

Ein besonders wichtiges Jahr war 1982: Zum einen hatte das Orchester mit 60 Musikerinnen und
Musikern seine angestrebte Größe erreicht, zum anderen stand die erste Auslandsreise bevor.
Mit zwei Bussen und 87 Personen ging es nach Troyes in Frankreich, wo eine Partnerschaft mit
der „Harmonie de Pont Sainte- Marie-Lavau-Creney“ geschlossen wurde. Die Initiative dazu kam
vom französischen Dirigenten Alain Thiéry, der das Orchester zuvor beim Buchholzer Stadtfest
gehört hatte. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung und in Anwesenheit der Bürgermeister
der drei Gemeinden wurde die Partnerschaftsurkunde feierlich vor der Kirche in Pont Saint Marie
unterzeichnet.

1984 besuchten die französischen Freunde Sprötze. Gemeinsam gab man ein Konzert in der
Burg Seevetal; anschließend wurde auf Initiative von Dirigent Eugen Ege in der General-Schwarzkopf-Kaserne in Hamburg Osdorf gefeiert. Dieser Besuch brachte eine ganz besondere
Folge mit sich: Trompeter Dominique Brunet verliebte sich in die Flötistin Kerstin Brandt, blieb in
Deutschland – und wurde festes Mitglied des Orchesters.

Bis 2002 wurden die gegenseitigen Besuche regelmäßig fortgeführt.

Im selben Jahr zog das Orchester in das neu gebaute Schützenhaus. Das Obergeschoss war als
Probenraum vorgesehen und konnte zudem von der Luftgewehrabteilung genutzt werden. Auch
ein Raum für Noten und mit einem Kopierer stand zur Verfügung.

1985 folgte der nächste Höhepunkt: Gemeinsam mit der Harmonie de Pont Sainte- Marie-Lavau-Creney produzierte das Blasorchester Sprötze eine Schallplatte. Den Abschluss bildete der
„Marsch der Deutsch-Französischen Freundschaft“. Neben der musikalischen Zusammenarbeit
entwickelten sich in dieser Zeit viele persönliche Freundschaften – mehrere Paare fanden im
Orchester zusammen. Das erste Hochzeitspaar im Orchester bildeten Uta Wichern und
Wolfgang Honisch. Mit dem Gang vor den Traualter folgten Kerstin Brandt und Dominique
Brunet, Claudia Rohde und Frank Reucher, Ruth Katrin Weichert und Peter Honisch, Susanne
Honisch und Hans-Peter Dahl, Corinna Rohde und Franz Panek sowie Maren Wiszniewski und
Eugen Ege.

1986 wurde das Blasorchester Sprötze mit dem Kulturförderpreis des Landkreises Harburg
ausgezeichnet, dotiert mit 2.500 DM. Zum zehnten Orchesterjubiläum reiste man erneut nach
Frankreich. Ein Jahr später folgte ein ganz großer Auftritt: Für den Auftritt beim Internationalen
Derby in Klein Flottbek hatte das BOS eigens 20 Nationalhymnen einstudiert – zur Siegerehrung
erklang dann natürlich die deutsche Hymne.

1989 wurde schließlich das Vororchester gegründet. Dirigent Eugen Ege hatte viele Schüler, die
eine eigene Plattform zum gemeinsamen Musizieren benötigten. Die musikalische Leitung
übernahm Hans Sendes (Flügelhorn), der zunächst noch seine Dirigentenausbildung absolvierte
und diese im November 1989 erfolgreich abschloss. Das Vororchester startete mit 14 jungen
Musikerinnen und Musikern. Erste Titel waren „Ganz in Weiß“ von Roy Black sowie der DisneyMarsch „It’s a Small World“. Auftritte folgten im Waldheim Lohbergen, beim Sprötzer Dorfabend
und in den späteren Jahren gemeinsam mit dem Blasorchester in der Empore.
Probenwochenenden führten nach Malente. Nach vier Jahren ging das Vororchester in das große
Blasorchester über.

Bis zum Ende der 1980er Jahre hatte sich das Blasorchester Sprötze zu einem überregional
bekannten Klangkörper entwickelt. Dank des Netzwerks von Eugen Ege standen stets Aushilfen
bereit, wenn Verstärkung nötig war. So entstanden enge Freundschaften mit dem
Luftwaffenmusikkorps 4, dem Heeresmusikkorps 3 (beide mittlerweile aufgelöst) und dem
Polizeiorchester Hamburg.