Die 2010er Jahre

Im September 2009 trennten sich die Wege von Eugen Ege und dem Stadtorchester Buchholz
nach über 30 Jahren Zusammenarbeit. Da die Vorbereitungen für das anstehende
Neujahrskonzert im Januar 2010 bereits in vollem Gange waren, übernahm kurzfristig Erhard
Ramroth die musikalische Leitung. Ramroth war langjähriges Mitglied im Saxophonsatz des Orchesters und zugleich Profimusiker im Polizeiorchester Hamburg. Mit großem Engagement
stellte er sich der neuen Aufgabe, und das Neujahrskonzert 2010 wurde unter seiner Leitung
erfolgreich aufgeführt. Vier Jahre lang führte er die musikalischen Geschicke des Orchesters, bis
er im September 2014 aus gesundheitlichen Gründen überraschend zurücktrat.

Wieder stand das 40-köpfige Orchester ohne Dirigenten da. Zu diesem Zeitpunkt hatte Inka
Kruse bereits im Saxophonregister ausgeholfen. Sie befand sich in der Dirigentenausbildung an
der Turner-Musikakademie in Bad Gandersheim und benötigte Praxisstunden. So hatte sie
gelegentlich Proben des Stadtorchesters geleitet und dabei einen positiven Eindruck
hinterlassen. Obwohl sie selbst ihre Erfahrung als noch zu gering einschätzte und eine offizielle
Stellenausschreibung empfahl, wünschten sich Vorstand und Musiker, dass sie die Leitung
übernehmen sollte. Schließlich ließ sie sich überzeugen – und dirigierte das Neujahrskonzert
2015.

Mit Inka Kruse begann eine Zeit der Erneuerung. Seit 2015 werden die Emporekonzerte
regelmäßig auf dem YouTube-Kanal des Orchesters veröffentlicht, wodurch die musikalische
Entwicklung auch online sichtbar wurde. Zudem erhielt das Ensemble neue Auftrittskleidung:
Für Konzert mit einem legeren Rahmen wurden Poloshirts eingeführt, für besondere Anlässe tritt
das Orchester seither in schwarzer Kleidung mit wahlweise weißer oder grüner Fliege (Herren)
oder weißem oder grünem Tuch (Damen) auf. Anfang 2016 kam auch ein neues Logo hinzu, das
seitdem für das Stadtorchester Buchholz steht.

Auch die Auftritte wurden vielfältiger. Neue Konzertorte wie die Kulturkirche St. Johannis, die
Nikodemuskirche in Handeloh, Hof Oelkers oder Planten un Blomen bereicherten den Spielplan.
2017 reisten die Musiker nach Emden, die Heimatstadt von Inka Kruse, und gaben dort
gemeinsam mit dem Stadtorchester Emden ein Open-Air-Konzert. Ein Jahr später folgte ein
Kurkonzert in Bad Bevensen – mit einer eher kuriosen Bilanz: Im Publikum saßen genauso viele
Zuhörer wie Musiker auf der Bühne.

Nach langer Zeit durfte das Stadtorchester 2018 wieder ein Gastorchester in Buchholz
begrüßen: Durch die Klarinettistin Sina entstand der Kontakt zum Sinfonischen Blasorchester
Oldenburg, ihrem Heimatorchester. In der Nordheidehalle fand ein gemeinsames Konzert statt,
das ein Jahr später mit einem Gegenbesuch in Oldenburg erwidert wurde. Ebenfalls 2019 reiste
das Stadtorchester – begleitet von der Bigband „So What“ der Musikschule für die Stadt
Buchholz sowie einer Delegation der Stadtpolitik – in die französische Partnerstadt Canteleu in
der Normandie.

Ein weiterer wichtiger Schritt erfolgte ebenfalls 2019 mit der Gründung der Early Birds in
Kooperation mit der Musikschule für die Stadt Buchholz. Das Hauptorchester hatte inzwischen
ein hohes musikalisches Niveau erreicht, das Neueinsteigern den Zugang erschwerte. Unter
Leitung von Inka Kruse entstand daher ein eigenes Einstiegsorchester, das neben Bläsern und
Schlagwerk auch Streichern eine musikalische Heimat bot.