Auch das Stadtorchester Buchholz blieb 2020 von der Corona-Pandemie nicht verschont. Das
Weihnachtskonzert in der Empore konnte mit dem Stadtorchester und erstmal mit den Early
Birds noch stattfinden. Aber mit dem ersten Lockdown im März mussten die Proben eingestellt
werden; jede und jeder hielt sich zu Hause im stillen Kämmerlein fit. Als die ersten Lockerungen
kamen, probte man zunächst in kleinen Gruppen mit viel Abstand. Der erste gemeinsame
Termin mit allen Musikerinnen und Musikern folgte im Spätsommer – draußen auf dem elterlichen Hof der Saxophonistin Sarah in Kakenstorf. Trotz Masken war die Freude deutlich zu
spüren, endlich wieder zusammen musizieren zu dürfen.
Die Pandemie brachte auch einen Umzug mit sich: Vom bisherigen Probenraum, der „Baracke“,
wechselte das Orchester in das Bewegungshaus der Waldorfschule. Dort ließen sich
Abstandsregeln deutlich besser einhalten, und auch das ständig wachsende Schlagzeug-Instrumentarium fand Platz – darunter zwei neue Kesselpauken, Röhrenglocken und die
Konzerttrommel „dicke Berta“.
Kreativität war in dieser Zeit gefragt, vor allem bei Auftritten. Das erste „Coronakonzert“ fand
unter freiem Himmel im Autokino bei Möbel Kraft statt – glücklicherweise spielte das Wetter mit.
2021 konnte das traditionelle Emporekonzert zwar nicht stattfinden, doch im September gab es
stattdessen ein „Klappstuhlkonzert“ auf dem Peets Hoff in der Buchholzer Innenstadt, zu dem
die Zuhörer ihre Stühle mitbrachten. Auch 2022 musste das Emporekonzert erneut abgesagt
werden. Dafür reisten im Herbst die Freunde aus Canteleu nach Buchholz. Untergebracht bei
Orchestermitgliedern, erlebten die Gäste ein umfangreiches Rahmenprogramm, und das
gemeinsame Konzert im der Aula des Gymnasiums am Kattenberge, bei dem beide Orchester
als ein großes Ensemble auftraten, wurde zum Höhepunkt. Außerdem wurden die Early Birds in
das Stadtorchester integriert.
2023 konnte endlich wieder ein Jahreskonzert in der Empore stattfinden – vor ausverkauftem
Haus. Das Programm war lange vorbereitet und wartete nur auf seine Aufführung. Zusätzlich
bekam das Orchester Besuch vom NDR: Oboist Simon hatte sich beim Format „Mein
Lieblingsplatz“ beworben, und so filmten die Moderatoren Marlene Kukral und Andy
Gervelmeyer eine Probe, führten Interviews und berichteten anschließend im Radio und
Fernsehen (Hallo Niedersachsen). Auch für die Early Birds war 2023 ein bewegtes Jahr: es kam
zu einem Dirigentenwechsel. Inka Kruse übergab den Taktstock an Jan Krüger, der seither die
musikalische Leitung innehat.
2024 verlief zunächst vergleichsweise ruhig – bis Inka Kruse ankündigte, sich nach zehn
erfolgreichen Jahren als Dirigentin zurückzuziehen. Für 2025 wurde daher eine Ausschreibung
gestartet, und mehrere Bewerber stellten sich in Probedirigaten vor. Die Wahl fiel schließlich auf
den Profimusiker und Violinisten Gabriel Voicu, der im Februar 2025 die Leitung übernehmen
sollte. Bis dahin sollten das Emporekonzert und erstmals eine Wiederholung auf der
Halepaghenbühne in Buxtehude noch gemeinsam mit Inka Kruse stattfinden.
Doch es kam anders: Am Abend vor dem Emporekonzert wurde ein Wasserschaden in der
Empore festgestellt – das Konzert musste kurzfristig abgesagt werden. Ein Ersatztermin wurde
Ende März gefunden. Für das Orchester bedeutete das eine große Herausforderung: parallel mit
dem neuen Dirigenten ein Programm zu erarbeiten und gleichzeitig das alte Programm für den
Nachholtermin frisch zu halten. Beides gelang sehr gut. Jedoch trennten sich die Wege bereits
im Sommer.
Da im Oktober der nächste Besuch in Canteleu sowie die Vorbereitung auf das Emporekonzert
anstanden, übernahm Jan Krüger kurzfristig die musikalische Leitung des Stadtorchesters –
zusätzlich zu seinen Aufgaben bei den Early Birds.